1999 wurde in den USA eine dreijährige Studie abgeschlossen, die sich u.a. mit der Wirkung von Psychotherapie in der Nachsorge für Herzinfarktpatienten befasste. Sie stand unter dem Titel
Enhancing Recovery in Coronary Heart Disease (ENRICHD). Wissenschaftler der Universität Stanford haben sich nun die Daten der Studie ein zweites Mal vorgenommen. Das auch für Experten überraschende Ergebnis war, dass die Psychotherapie wenig Erfolg brachte, aber die
Medikation mit Antidepressiva, insbesondere SSRI, die Wahrscheinlichkeit, einen zweiten, möglicherweise tödlichen Herzinfarkt zu erleiden, um bis zu 43% senkte.
"The main finding of this study is that antidepressant use post-AMI by depressed patients in the ENRICHD clinical trial was associated with significantly lower rates of the study primary end points, death and reinfarction [recurrent heart attack]," the authors write.
Jetzt wäre es wichtig, auf der Basis der Erkenntnisse in einer großen Studie weiter an den Zusammenhängen zwischen Depression bzw. Serotonin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu forschen.
"There are multiple mechanisms by which depression could increase vascular disease," Dr. Glassman writes. "It increases platelet activation and inflammatory markers, reduces heart variability, and leads to multiple adverse health behaviors; all are associated with increased cardiovascular risk and death. Whatever links depression and heart disease, it is more likely to involve all of the above rather than any single pathway."
Doch eine solche Studie ist derzeit nicht in Sicht.
Eine intensive Diskussion über die körperlichen Auswirkungen depressiver Erkrankungen wäre wünschenswert. Vielleicht wären dann auch mehr Patienten und Mediziner bereit, Depressionen als das anzuerkennen was sie sind: eine schwere körperliche Erkrankung, nicht selten mit Todesfolge, und keine "Macke".