Die künftige Bunderegierung will, das haben wir gelesen, die Mehrwertsteuer erhöhen. In Deutschland sind Medikamente ohnehin höher besteuert als im europäischen Umland, wo reduzierte MwSt-Sätze von meist 7% gelten. Mit einer weiteren Anhebung würden die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherer quasi über Nacht um 400 Mio. Euro steigen.
Aber das ist noch nicht alles. Wie
hier in der Ärztezeitung zu lesen, will die Große Koalition die Zuschüsse aus Steuermitteln (Tabaksteuer) für die GKV nicht - wie bislang "erwartet" - auf 4 Milliarden Euro anheben (soviel zum Thema wir haben kein steuerfinanziertes Gesundheitswesen) sondern stattdessen die Gelder zur Haushaltskonsolidierung verwenden. Dann würden den Kassen 1,7 Mrd. Euro im nächsten Haushalt fehlen.
Wo man auch hinschaut, Stück- und Flickwerk, bei dem Löcher von der einen in die andere Tasche verschoben werden. Man fragt sich wirklich, wo die Wirtschaftsprüfer und Finanzexperten die letzten 20 Jahre waren und warum die Kassen nicht mal ein paar anständige Rücklagen gebildet haben, statt sich in den Großstädten elegante Glaspaläste von Verwaltungszentren zu erbauen.
Wer die Zeche zahlt wissen wir...