Immer wieder bekommen wir zu hören, dass unser Gesundheitssystem zu teuer sei, die Ausgaben zu hoch. Tatsächlich sind seit Jahren die Ausgaben proportional zum BIP recht konstant. Was sich verändert hat, ist zum einen die Einnahmeseite - seit der Stagnation der Reallöhne unter der Regierung Kohl und den galoppierenden Arbeitslosenzahlen unter allen Regierungen der letzten Jahrzehnte kommt unser sogenanntes Solidarsystem, in dem vor allem die Menschen mit niedrigen Einkommen solidarisch sein müssen, an seine Grenzen.
Dennoch ist das Geld vorhanden, das benötigt wird. Es wandert nur in andere Taschen. Das macht auch sehr schön die Diskussion in Hamburg deutlich.
Vor einigen Tagen gingen Angestellte von rund 1500 Arztpraxen auf die Straße und demonstrierten gegen weitere Einschnitte und Einsparungen, von denen direkt ihre Arbeitsplätze betroffen sind. Seit dem Jahr 2000 mußten (nicht nur) Hamburger Arztpraxen laut Hamburger Abendblatt mit 30 Prozent weniger Geld auskommen. Viele Ärzte fingen das vor allem aus ihren Privateinkünften ab. Nun stehen weitere Kürzungen von bis zu 15 Prozent ins Haus. In den Arztpraxen machen Personalkosten 70 % der Kosten aus, eine Entlassungswelle wird folgen.
Unter Umständen ist weniger arbeiten und weniger bis gar kein Personal beschäftigen sogar für viele Ärzte eine Lösung aus dem Dilemma, wie das
Beispiel des Wiesbadener Arztes Dieter Wettig in brandeins zeigt. Die Folgen für den Arbeitsmarkt sind offensichtlich. Und immer mehr Ärzte geben ihre Kassenzulassungen zurück, um sich lukrativeren Privatpatienten zu widmen. Mit dem Ergebnis dass eine steigende Zahl von Patienten die "nichts einbringen" auf immer weniger Allgemeinmediziner verteilt wird, welche bei begrenztem Budget mehr Patienten durchschleusen müssen und weniger Versorgung bieten... ein Teufelskreis.
Dr. Michael Reusch, Präsident der Ärztekammer Hamburg, hält fest, dass nur von Krankenkasseneinnahmen kaum noch eine Praxis existieren kann. Der Sprecher des Landesverbandes der Betrieblichen Krankenkassen dagegen behauptet, es gebe keine Kürzungen - und bestätigt, was wir schon immer wußten:
Es kommt zu Verschiebungen innerhalb der einzelnen Ärztegruppen.
q.e.d.
Mehrere tausend Ärzte haben am Mittwoch in Hessen für bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung protestiert. Zahlreiche Allgemein- und Facharztpraxen blieben deshalb geschlossen. (so hr-online.de) In der Kritik stand vor allem auch der bürokr
Tracked: Sep 22, 08:32