Omega 3 Fettsäuren - Esst mehr Fisch?
Eßt mehr Fisch! tönte es vor einer Weile mal wieder durch die Presse. Diesesmal als Allheilmittel des Aufmerksamkeits Defizit Syndrom, statt böser Psychopharmaka.
Während der Artikel der Welt sogar noch verhältnismäßig ausgewogen ist, da nicht nur auf Fisch sondern auch auf Leinsamen verwiesen wird, blieb im Rundfunk oder diversen TV-Shows nur der Ratschlag hyperaktive Kinder mehr fetten Fisch essen zu lassen.
Nicht immer darf Information auf einen winzigen Kern reduziert werden. In diesem Fall aus zwei verschiedenen Gründen.
Omega-3 Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren, was bedeutet dass sie lebensnotwendig sind, aber vom Körper nicht selbst hergestellt werden können.
Inzwischen wird davon ausgegangen, dass sie sich auf verschiedene Zivilisationskrankheiten positiv auswirken können. Sie gelten als Hilfe gegen ein geschwächtes Immunsystem, gegen die Demineralisierung der Knochen, gegen Herzinfarkte, Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäße, senken den Cholesterinspiegel, sollen sich ausserdem positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit bei Alzheimer oder Autismus auswirken und frühzeitig bei Übergewicht und Neigung zu Diabetes gegensteuern.
Ihre Wirksamkeit beim Aufmerksamkeits Defizit Syndrom ist bisher noch kaum erforscht und vor allem gibt es keinerlei Dosierungsempfehlungen oder Richtlinien.
ADHS ist ein gravierendes gesundheitliches Problem, bei dem die Hyperaktivität noch zu den am wenigsten einschränkenden Symptomen gehört. Die therapeutische Dosis von Omega-3 Fettsäuren bei erhöhtem Cholersterinspiegel oder zur Infarktprophylaxe liegt - nach unterschiedlichen Quellen - um 1250 mg/Tag bei Erwachsenen (bei Kindern vermutlich geringer).
Die Dosis die nötig wäre, um durch Omega-3 Fettsäuren auch bei ADHS einen signifikanten Effekt zu erzielen, dürfte daher nicht mehr einfach über Nahrung aufzunehmen sein.
Weiter ist der Rat fetten Fisch zu essen irreführend.
Omega-3 reiche Fischarten sind lediglich wildlebende Kaltwasserfische (Atlantik-Wild-Lachs, Sardellen, Tintenfisch, Makrele, Hering, Sardine, Anchovis), und die Wikipedia erläutert uns auch wieso.
Wildfische nehmen Omega-3 Fettsäuren über Algen oder Seetang auf. Zuchtfische erhalten jedoch eine ganz andere Kost. Somit ist Lachs nicht gleich Lachs, Makrele nicht gleich Makrele und eine Forelle qualifiziert sich erst gar nicht.
Wer aus Kostengründen auf preiswerteren Lachs aus Aquakultur zurückgreift, ist dem Ziel keinen Schritt näher gekommen.
Einen relativen Boom erleben daher in der jüngeren Vergangenheit Fischöl-Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel. Angesichts der Überfischung der Weltmeere ist es jedoch fraglich, in wie weit es sinnvoll ist wertvolle Nahrungsressourcen zu zermahlen und in Kapseln zu füllen.
Wie uns die Wikipedia weiter zeigt, ist der Gehalt von Omega-3 Fettsäuren in Fisch eher gering. Vor allem wenn man ihn mit den Gehalt einiger pflanzlicher Öle vergleicht.
50g Omega-3 Fettsäuren auf 100ml Leinöl, dagegen nur 1,8g auf 100g Lachs.
Diverse Quellen berufen sich nun aber auf die höhere Qualität von Fischöl, in der der wichtige Bestandteil Eicosapentaensäure (EPA) direkt vorliegt, während die Linolensäure (ALA ) der pflanzlichen Alternativen erst vom Körper in EPA umgewandelt werden muß.
Eine Behauptung welche von den Ergebnissen der Lyon Studie - zumindest nach Ansicht der Vegetarian & Vegan Foundation - nicht gestützt wird.
Hier zeichnet sich ab das der Umwandlungsvorgang von ALA zu EPA keine schlechtere Verfügbarkeit der Omega-3 Fettsäuren für den Körper bedeutet.
Einer ähnlichen Ansicht ist die Zeitschrift Ökotest, die in ihrem Bericht zu Omega-3 Kapseln im Ökotest Jahrbuch 2005, Fischöl-Kapseln gleich um eine Stufe abwerteten. Mit Sehr gut bewertet wurde ein Präparat aus Leinöl und ein weiteres aus Perilla-Samen (japanisch Shiso, deutsch Schwarznessel).
Viel eher als der Nutzen von fettem Fisch wäre somit der Nutzen von ein oder zwei Löffeln geschroteten Leinsamen im Frühstücksmüsli zu erwähnen, oder die Anwendung von Lein-, Hanf-, Raps- oder anderen hochwertigen Ölen in der Küche, statt Sonnenblumen- oder Maiskeimöl.
Der Wert eines Öles drückt sich in der Omega-6 zu Omega-3 Ratio aus. Je geringer der Omega-6 Anteil und je höher der Anteil von Omega-3 Fettsäuren um so positiver ist seine Auswirkung auf Zivilisationskrankheiten.
Eine gute Übersicht bietet diese Seite.
Ganz abgesehen von der Wirksamkeit von Omega-3 Fettsäuren bei ADHS, hohem Cholesterinspiegel oder Herzproblemen... Es schadet nicht, die Reste von Sonnenblumenöl im heimischen Schrank aufzubrauchen - und nicht mehr nachzukaufen. (Außer noch als Tankfüllung für das neue Auto mit Elsbett-Motor)
Hochwertige Öle, die schonend gewonnen und nicht industriell behandelt wurden, sind auf jeden Fall ein Gewinn für die Gesundheit und auch regelmäßiger Fischgenuß schadet nicht.
Wer sich generell bewußter ernährt und auf die Qualität der Zutaten achtet, braucht nicht auf Sahne zu verzichten und statt dessen zu Sahne-Ersatz aus dem 'Functional Food'-Regal zu greifen. Sahne Ersatz, der - wie gerade kürzlich von der Autorin entdeckt - gehärtete Fette enthält.
Surftipp:
ADHS ist ein gravierendes gesundheitliches Problem, bei dem die Hyperaktivität noch zu den am wenigsten einschränkenden Symptomen gehört. Die therapeutische Dosis von Omega-3 Fettsäuren bei erhöhtem Cholersterinspiegel oder zur Infarktprophylaxe liegt - nach unterschiedlichen Quellen - um 1250 mg/Tag bei Erwachsenen (bei Kindern vermutlich geringer).
Die Dosis die nötig wäre, um durch Omega-3 Fettsäuren auch bei ADHS einen signifikanten Effekt zu erzielen, dürfte daher nicht mehr einfach über Nahrung aufzunehmen sein.
Weiter ist der Rat fetten Fisch zu essen irreführend.
Omega-3 reiche Fischarten sind lediglich wildlebende Kaltwasserfische (Atlantik-Wild-Lachs, Sardellen, Tintenfisch, Makrele, Hering, Sardine, Anchovis), und die Wikipedia erläutert uns auch wieso.
Wildfische nehmen Omega-3 Fettsäuren über Algen oder Seetang auf. Zuchtfische erhalten jedoch eine ganz andere Kost. Somit ist Lachs nicht gleich Lachs, Makrele nicht gleich Makrele und eine Forelle qualifiziert sich erst gar nicht.
Wer aus Kostengründen auf preiswerteren Lachs aus Aquakultur zurückgreift, ist dem Ziel keinen Schritt näher gekommen.
Einen relativen Boom erleben daher in der jüngeren Vergangenheit Fischöl-Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel. Angesichts der Überfischung der Weltmeere ist es jedoch fraglich, in wie weit es sinnvoll ist wertvolle Nahrungsressourcen zu zermahlen und in Kapseln zu füllen.
Wie uns die Wikipedia weiter zeigt, ist der Gehalt von Omega-3 Fettsäuren in Fisch eher gering. Vor allem wenn man ihn mit den Gehalt einiger pflanzlicher Öle vergleicht.
50g Omega-3 Fettsäuren auf 100ml Leinöl, dagegen nur 1,8g auf 100g Lachs.
Diverse Quellen berufen sich nun aber auf die höhere Qualität von Fischöl, in der der wichtige Bestandteil Eicosapentaensäure (EPA) direkt vorliegt, während die Linolensäure (ALA ) der pflanzlichen Alternativen erst vom Körper in EPA umgewandelt werden muß.
Eine Behauptung welche von den Ergebnissen der Lyon Studie - zumindest nach Ansicht der Vegetarian & Vegan Foundation - nicht gestützt wird.
Hier zeichnet sich ab das der Umwandlungsvorgang von ALA zu EPA keine schlechtere Verfügbarkeit der Omega-3 Fettsäuren für den Körper bedeutet.
Einer ähnlichen Ansicht ist die Zeitschrift Ökotest, die in ihrem Bericht zu Omega-3 Kapseln im Ökotest Jahrbuch 2005, Fischöl-Kapseln gleich um eine Stufe abwerteten. Mit Sehr gut bewertet wurde ein Präparat aus Leinöl und ein weiteres aus Perilla-Samen (japanisch Shiso, deutsch Schwarznessel).
Viel eher als der Nutzen von fettem Fisch wäre somit der Nutzen von ein oder zwei Löffeln geschroteten Leinsamen im Frühstücksmüsli zu erwähnen, oder die Anwendung von Lein-, Hanf-, Raps- oder anderen hochwertigen Ölen in der Küche, statt Sonnenblumen- oder Maiskeimöl.
Der Wert eines Öles drückt sich in der Omega-6 zu Omega-3 Ratio aus. Je geringer der Omega-6 Anteil und je höher der Anteil von Omega-3 Fettsäuren um so positiver ist seine Auswirkung auf Zivilisationskrankheiten.
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Ganz abgesehen von der Wirksamkeit von Omega-3 Fettsäuren bei ADHS, hohem Cholesterinspiegel oder Herzproblemen... Es schadet nicht, die Reste von Sonnenblumenöl im heimischen Schrank aufzubrauchen - und nicht mehr nachzukaufen. (Außer noch als Tankfüllung für das neue Auto mit Elsbett-Motor)
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Posted by Mela on Monday, September 12. 2005 at 20:04 in Vermischtes
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