Viele Diabetiker in Deutschland sind auf Insulin angewiesen. Mindestens 400, wahrscheinlich aber inklusive Fehltherapierter eher einige Tausend Diabetiker, vertragen jedoch das gentechnisch produzierte Humaninsulin nicht, sondern benötigen tierisches Insulin (Schweineinsulin) das anders resorbiert wird.
Da die Herstellung von Schweineinsulin wirtschaftlich nicht sonderlich interessant ist, erlosch dieses Jahr in Deutschland die Kassenzulassung für das Präparat - es kann aber aus der schweiz, Polen, Finnland und England problemlos importiert werden.
Die WELT schreibt heute (20.09.2005):
Doch manche deutschen Krankenversicherungen wollen am offensichtlich falschen Ende sparen: Weil sie nur zur Zahlung in Deutschland zugelassener Medikamente verpflichtet seien, lehnen sie die Kostenübernahme ab,
Wie schön, dass jetzt also schon lebensnotwendige Medikamente mit dem Hinweis auf die Bürokratie nicht mehr bezahlt werden. Einen Patienten, der auf Humaninsulin einen anaphylaktischen Schock erleidet, beschied seine Kasse, er müsse jetzt auf Humaninsulin umstellen - der Mann klagt nun gegen seine Krankenkasse. Kein Einzelfall.
Voller Artikel einschließlich detaillierter Fallbeispiele in der WELT
Update (21.09.) In einem weiteren Artikel berichtet die WELT, dass die Krankenkassen im Insulin-Streit Entgegenkommen zeigten. Im heutigen Artikel werden auch die beteiligten Krankenkassen namentlich genannt und die jeweiligen Vorgehensweisen bei der Überprüfung von nichtzugelassenen lebensnotwendigen Medikamenten geschildert. Auch bei einigen Krankenkassen ist man entsetzt, was die eigenen Kollegen da betreiben...