Auf in die Traumatologie...
Es ist nun schon ca. zwei Monate her, dass ich das letzte Mal Zeit zum Schreiben hatte. Nachdem die erste Praxisphase vorbei war, musste ich natürlich erst einmal alles aufholen, was in der Zwischenzeit angefallen war: Freunde wurden besucht, Wochenenden zum Ausschlafen und für Ausflüge genutzt und so weiter und so fort. Und dadurch, dass der Theorieblock mit 5 Wochen auch nicht so lang war, verging die Zeit schneller als gedacht. Aber kommen wir mal zu dem, was ich schon letztes Mal angekündigt hatte.
Auf meiner letzten Station (Neurochirurgie) habe ich an meinem letzten Tag noch einmal ein großes Blech Kuchen ausgegeben. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und empfand die meisten Patienten als sehr interessant und nett. Das Personal war auch immer hilfsbereit und geduldig mit mir.
Danach hatte ich mir eine kleine Liste in meinem Büchlein angelegt (wo ich auch immer Fragen aufschreibe, die ich während der Arbeit habe, oder Begriffe, die ich erklärt haben will), in dem ich die Stationen nach Schulnoten bewerte. Dabei nehme ich nicht nur die Arbeitsweisen als Anhaltspunkt, sondern auch Krankheitsbilder, Kollegen, Ärzte, Arbeitsablauf, Dienstplangestaltung und vielleicht noch mehr, wenn mir noch was einfällt. Ich denke, dass es eine recht gute Idee ist. Vor allem, wenn man dann übernommen wird und seine Wunschstation äußern kann. Ob sie jedoch realisierbar ist, ist wieder eine andere Frage.
Auf meiner letzten Station (Neurochirurgie) habe ich an meinem letzten Tag noch einmal ein großes Blech Kuchen ausgegeben. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und empfand die meisten Patienten als sehr interessant und nett. Das Personal war auch immer hilfsbereit und geduldig mit mir.
Danach hatte ich mir eine kleine Liste in meinem Büchlein angelegt (wo ich auch immer Fragen aufschreibe, die ich während der Arbeit habe, oder Begriffe, die ich erklärt haben will), in dem ich die Stationen nach Schulnoten bewerte. Dabei nehme ich nicht nur die Arbeitsweisen als Anhaltspunkt, sondern auch Krankheitsbilder, Kollegen, Ärzte, Arbeitsablauf, Dienstplangestaltung und vielleicht noch mehr, wenn mir noch was einfällt. Ich denke, dass es eine recht gute Idee ist. Vor allem, wenn man dann übernommen wird und seine Wunschstation äußern kann. Ob sie jedoch realisierbar ist, ist wieder eine andere Frage.
Nun zum Theorieblock 2. Diesmal war er nur 5 Wochen lang und verging schneller, als man sich an den neuen Tagesrhythmus gewöhnen konnte. Hauptthemen waren hier die Lunge, Wunden und Patienten im Krankenhaus (Aufnahme, Verlegung, Entlassung, Pflegeanamnese). Lunge war durchaus interessant. Den Aufbau der Lunge und die Atmung kannte ich ja noch aus dem Schulunterricht. Neu waren die ganzen Erkrankungen der Lunge und ihre pflegerische Behandlung. Unter anderem wurden uns auch viele natürliche (Haus)Mittel gezeigt, die ich auch gern hier weiter geben kann und mit Sicherheit auch Zuhause nutzen werde. So langsam verknüpfte sich das Gesehene aus der Praxis mit dem, was wir im Unterricht lernen. Zum Beispiel sah ich des öfteren komisch aussehende Geräte in einigen Patientenzimmern, die sich als Triflo oder ähnliche Geräte herausstellten, die zur Pneumonieprophylaxe dienen.
Wunden war ein Thema, welches nur teilweise interessant war. Die Arten der Wunden zu sehen und behandeln ist sehr interessant, aber die Theorie von Verbandswechsel ist doch sehr umfangreich und kompliziert. Das alles in den Kopf zu bekommen, ist eine Kunst. Zu diesem Thema hatten wir auch eine Mentorin (Ärztin), die uns mit Bildern über etliche Wunden versorgt hat. Darunter zum Beispiel Gasbrand und wie diese Wunden behandelt werden. Die Bilder waren auf jeden Fall nichts für Zartbeisaitete. Diese Ärztin habe ich dann neulich auf meiner neuen Station getroffen. So klein ist die Krankenhauswelt. Wenn Interesse besteht, kann ich gern mal über Wunden und Verbandswechsel etwas schreiben und diese etwas näher erklären.
Dann ging es auch schon über zum Patienten im Krankenhaus. Viel Theorie für die Praxis. Wir lernten, wie wir Pflegeprobleme am Patienten erkennen und wie wir aufgrund dessen Pflegemaßnahmen für ihn definieren. Dazu ist es notwendig mit dem Patienten ein Erstgespräch zu führen, was man auch als Pflegeanamnese bezeichnet. Die "Bedürfnisse" des Menschen sind hierbei in 12 Kategorien unterteilt, bei denen alles okay sein kann, aber auch Probleme und Einschränkungen auftauchen können. Diese Probleme und Einschränkungen können natürlich den Heilungsprozeß negativ beeinflussen oder gar verhindern. Daher muss auf die Probleme eingegangen werden, eine mögliche Lösung dafür gefunden werden und ein konkretes Pflegeziel genannt werden.
Wenn zum Beispiel ein 50-jähriger Mann nach einem Herzinfarkt Marcumar (Blutgerinnungshemmer) erhält, ist meist eine Impotenz durch das Medikament die Folge. Er äußert, dass er sich nicht mehr richtig als Mann fühle. Das Pflegeziel sollte daher lauten, dass der Patient mit der gegebenen Situation klar kommt und diese akzeptiert. Die Pflegemaßnahme dafür wäre die Patientenseelsorge zu informieren, ihm Adressen von Selbsthilfegruppen anzubieten und den Patienten seelisch wieder aufzubauen.
Desweiteren beinhaltet die Pflegeanamnese 3 Skalen, die Risiken von Sekundärerkrankungen erkennbar machen sollen. Zum einen gibt es die modifizierte Norton-Skala oder Braden-Skala. Diese können bereits zur Aufnahme des Patienten klären, welche prophylaktischen Maßnahmen unternommen werden müssen, um Druckgeschwüre (Dekubitus) - aufgrund zu langen Liegens auf bestimmten Stellen - zu verhindern.
Eine weitere Skala beurteilt die Atemsituation des Patienten und somit das Risiko eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu bekommen.
Die letzte Skala in der Pflegeanamnese ist die zur Beurteilung des Thromboserisikos, das Risiko einen Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel zu erleiden.
Dies wird als eines der wichtigsten Dokumente angesehen und daher werden wir SchülerInnen darin praktisch noch einmal "geprüft". Dabei kommen unsere Lehrerinnen zu uns auf Station und wir müssen mit einem Patienten dieses Erstgespräch führen. Danach müssen wir anhand des Gespräches die Pflegeplanung erstellen - sprich Pflegeprobleme erkennen, Pflegeziele setzen und die dafür notwendigen Maßnahmen definieren. Dieses Gespräch soll natürlich nicht nur stures Abfragen von Fakten sein, die auf dem Bogen genannt werden. Ziel ist es das Vertrauen des Patienten zu gewinnen, z.B. mit kleineren Abschweifungen vom Thema, Herausfinden von Gemeinsamkeiten, Erklärungen zum Ablauf des Krankenhausaufenthaltes und zum Klären von Fragen. Dabei können dem Patienten breits Ängste genommen werden, die vielleicht unbegründet waren oder auf Unwissen basierten.
Nach meiner Erfahrung können diese Gespräche ca. eine halbe bis eine Stunde dauern - auch länger bei älteren Patienten, die einem viel aus ihrem Leben erzählen wollen.
Klausuren wurden über diese Themen natürlich auch geschrieben. Die Erste habe ich mit sehr gut geschafft. Bei der Zweiten sieht es eher schlecht aus, da zu viele kleinere Fakten abgefragt wurden, die man meist nicht so ausführlich gelernt hatte. Viele meinten, dass diese Klausur nicht gut verlief - also scheint es nicht nur bei mir so gewesen zu sein. Wenn ich das Ergebnis im nächsten Block habe, sag ich natürlich wieder Bescheid.
Nun aber zu meinem zweiten Praxiseinsatz. Ich bin nun auf der Traumatologie (Unfallchirurgie), auf der die meisten Unfälle landen. Hierbei handelt es sich meistens um Schenkelhalsbrüche, Brüche der Extremitäten, Becken und Rippen, einige Schädelhirntraumen und ähnliches. Schenkelhalsbrüche verrät schon, dass wir dort viele ältere Patienten (meist Frauen) haben, die gestürzt sind und meistens aus den Alten- und Pflegeheimen kommen. Daher sind diese auch recht pflegeaufwendig. Im Gegensatz dazu gibt es auch viele jüngere Patienten, die Autounfälle hatten und mehrere Verletzungen (Polytrauma) erlitten haben.
Diese Station ist ca. doppelt so groß, wie die Neurochirurgie, hat aber zum Glück auch doppelt so viel Pflegepersonal (jedenfalls für die Frühschicht).
Mind. 2 Wochen vor unserem Stationsantritt sollen wir uns immer auf der Station vorstellen. Meist bringt das eh nicht viel, da die entscheidenden Leute (Mentoren, Anleiter) nicht da sind und man eines von vielen Gesichtern ist. Aber natürlich halten wir uns daran und nehmen dies gleich als Möglichkeit den Dienstplan abzuschreiben. Zum Glück hatten wir in der vorletzten Schulwoche eine Aufgabe zur Hygiene bekommen, die wir auf Station lösen durften. Dies nahm ich gleich zum Anlass mit meiner Banknachbarin, die vorher auf der Station war, zur Traumatologie zu gehen. Ich stellte mich kurz vor und schrieb mir nach Aufgabenerledigung den Dienstplan ab. Wie schon beim letztes Mal hatte ich das "Glück" am Anfang gleich 2 Wochen (12 Tage) durcharbeiten zu "dürfen". Dies hat sicherlich den Vorteil, dass man ohne Unterbrechung den Stationsablauf kennenlernt, aber den Nachteil,dass man danach erstmal total fertig ist und danach für volle 4 Tage aus dem Dienst ist.
Ich bin jetzt Mitte der letzten dieser beiden Wochen und zeige so langsam Folgeerscheinungen. Ich kam heute vom Frühdienst nach Hause und da ich nachher noch einen Videoabend mit meinem Freund und einem anderen Freund habe, habe ich mich erstmal kurz schlafen gelegt. Nach ca. anderthalb Stunde wachte ich auf, schaute auf die Uhr und bekam plötzlich Panik, dass ich doch schon längst auf Arbeit hätte sein müssen (zur Spätschicht). Ich laufe schon wirr durch die Gegend und weiß nicht was ich machen soll, bis mich mein Freund aufklärt, dass ich doch heute schon auf Arbeit war. ^^ Diese 2-Wochen-Dienste sollten abgeschafft werden.
Ansonsten ist es recht schwer sich einzugewöhnen, da ich in dieser Woche zu jeder Frühschicht (abgesehen von einer Konstanten) andere Mitarbeiter hatte. Erstmal muss man immer von neuem die Bereiche einteilen und dann muss man sich auch auf die Arbeitsweisen einstellen.
Ich find es übrigens entspannender mit Pflegern zusammen zu arbeiten - jedenfalls auf dieser Station - weil diese mehr Ruhe ausstrahlen und einen anderen Umgang mit den Patienten pflegen. Dort ist genug Distanz da, um die Privatsphäre der Patienten zu achten, aber auch genug Einfühlungsvermögen.
Tja, was lässt sich sonst noch sagen? Der Arbeitsablauf ist Morgens etwas strammer, da weitaus mehr Patienten gewaschen werden müssen. Auf der Neurochirurgie muss man höchstens Pflegefällen und Patienten ein oder zwei Tage nach der OP beim waschen helfen. Auf der Traumatologie müssen 50 % der Patienten gewaschen werden oder dabei geholfen werden. Pflegefälle werden meist durch die Nachtwachen kurz vor Ende ihrer Schicht gewaschen, da ansonsten die Frühschicht gar nicht zu Potte kommen würde.
Je nachdem wie oft die Patienten klingeln und die Teams eingespielt sind, geht es mal recht schnell oder auch recht langsam. Auch der Tagesablauf ist davon betroffen. Die letzten Tage hatte ich eher Probleme alles in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Heute ging dies ohne Probleme und ich war mit allem schneller fertig. Was aber wiederum ein anderes Problem aufwirft: Was machen, wenn man schon alles in seinem Bereich erledigt hat? Meist hilft man den anderen Teams, falls diese Hilfe benötigen oder ich geh dann auch gerne mal zu den klingelnden Patienten in den anderen Bereichen. Ansonsten muss ich mir dann immer Arbeit suchen, da ich hier auch gesagt bekommen habe, das Krankenschwestern niemals warten und rumstehen. ^^ Naja....was ich aber so schon von anderen SchülerInnen von anderen Stationen gehört habe...
Was die Krankheitsbilder der Traumatologie angeht, so werde ich mich da auch noch ransetzen, wenn ich die der Neurochirurgie durch habe. Mein nächster Praxiseinsatz ist erst wieder im Februar. Daher habe ich ab November viel Zeit zum Schreiben - wenn nicht wieder andere Sachen dazwischen kommen.
In der Hoffnung, dass es dieses Mal nicht wieder 2 Monate benötigt, bis der nächste Bericht kommt, verabschiede ich mich mal.
Bleibt mir gesund!
Wunden war ein Thema, welches nur teilweise interessant war. Die Arten der Wunden zu sehen und behandeln ist sehr interessant, aber die Theorie von Verbandswechsel ist doch sehr umfangreich und kompliziert. Das alles in den Kopf zu bekommen, ist eine Kunst. Zu diesem Thema hatten wir auch eine Mentorin (Ärztin), die uns mit Bildern über etliche Wunden versorgt hat. Darunter zum Beispiel Gasbrand und wie diese Wunden behandelt werden. Die Bilder waren auf jeden Fall nichts für Zartbeisaitete. Diese Ärztin habe ich dann neulich auf meiner neuen Station getroffen. So klein ist die Krankenhauswelt. Wenn Interesse besteht, kann ich gern mal über Wunden und Verbandswechsel etwas schreiben und diese etwas näher erklären.
Dann ging es auch schon über zum Patienten im Krankenhaus. Viel Theorie für die Praxis. Wir lernten, wie wir Pflegeprobleme am Patienten erkennen und wie wir aufgrund dessen Pflegemaßnahmen für ihn definieren. Dazu ist es notwendig mit dem Patienten ein Erstgespräch zu führen, was man auch als Pflegeanamnese bezeichnet. Die "Bedürfnisse" des Menschen sind hierbei in 12 Kategorien unterteilt, bei denen alles okay sein kann, aber auch Probleme und Einschränkungen auftauchen können. Diese Probleme und Einschränkungen können natürlich den Heilungsprozeß negativ beeinflussen oder gar verhindern. Daher muss auf die Probleme eingegangen werden, eine mögliche Lösung dafür gefunden werden und ein konkretes Pflegeziel genannt werden.
Wenn zum Beispiel ein 50-jähriger Mann nach einem Herzinfarkt Marcumar (Blutgerinnungshemmer) erhält, ist meist eine Impotenz durch das Medikament die Folge. Er äußert, dass er sich nicht mehr richtig als Mann fühle. Das Pflegeziel sollte daher lauten, dass der Patient mit der gegebenen Situation klar kommt und diese akzeptiert. Die Pflegemaßnahme dafür wäre die Patientenseelsorge zu informieren, ihm Adressen von Selbsthilfegruppen anzubieten und den Patienten seelisch wieder aufzubauen.
Desweiteren beinhaltet die Pflegeanamnese 3 Skalen, die Risiken von Sekundärerkrankungen erkennbar machen sollen. Zum einen gibt es die modifizierte Norton-Skala oder Braden-Skala. Diese können bereits zur Aufnahme des Patienten klären, welche prophylaktischen Maßnahmen unternommen werden müssen, um Druckgeschwüre (Dekubitus) - aufgrund zu langen Liegens auf bestimmten Stellen - zu verhindern.
Eine weitere Skala beurteilt die Atemsituation des Patienten und somit das Risiko eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu bekommen.
Die letzte Skala in der Pflegeanamnese ist die zur Beurteilung des Thromboserisikos, das Risiko einen Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel zu erleiden.
Dies wird als eines der wichtigsten Dokumente angesehen und daher werden wir SchülerInnen darin praktisch noch einmal "geprüft". Dabei kommen unsere Lehrerinnen zu uns auf Station und wir müssen mit einem Patienten dieses Erstgespräch führen. Danach müssen wir anhand des Gespräches die Pflegeplanung erstellen - sprich Pflegeprobleme erkennen, Pflegeziele setzen und die dafür notwendigen Maßnahmen definieren. Dieses Gespräch soll natürlich nicht nur stures Abfragen von Fakten sein, die auf dem Bogen genannt werden. Ziel ist es das Vertrauen des Patienten zu gewinnen, z.B. mit kleineren Abschweifungen vom Thema, Herausfinden von Gemeinsamkeiten, Erklärungen zum Ablauf des Krankenhausaufenthaltes und zum Klären von Fragen. Dabei können dem Patienten breits Ängste genommen werden, die vielleicht unbegründet waren oder auf Unwissen basierten.
Nach meiner Erfahrung können diese Gespräche ca. eine halbe bis eine Stunde dauern - auch länger bei älteren Patienten, die einem viel aus ihrem Leben erzählen wollen.
Klausuren wurden über diese Themen natürlich auch geschrieben. Die Erste habe ich mit sehr gut geschafft. Bei der Zweiten sieht es eher schlecht aus, da zu viele kleinere Fakten abgefragt wurden, die man meist nicht so ausführlich gelernt hatte. Viele meinten, dass diese Klausur nicht gut verlief - also scheint es nicht nur bei mir so gewesen zu sein. Wenn ich das Ergebnis im nächsten Block habe, sag ich natürlich wieder Bescheid.
Nun aber zu meinem zweiten Praxiseinsatz. Ich bin nun auf der Traumatologie (Unfallchirurgie), auf der die meisten Unfälle landen. Hierbei handelt es sich meistens um Schenkelhalsbrüche, Brüche der Extremitäten, Becken und Rippen, einige Schädelhirntraumen und ähnliches. Schenkelhalsbrüche verrät schon, dass wir dort viele ältere Patienten (meist Frauen) haben, die gestürzt sind und meistens aus den Alten- und Pflegeheimen kommen. Daher sind diese auch recht pflegeaufwendig. Im Gegensatz dazu gibt es auch viele jüngere Patienten, die Autounfälle hatten und mehrere Verletzungen (Polytrauma) erlitten haben.
Diese Station ist ca. doppelt so groß, wie die Neurochirurgie, hat aber zum Glück auch doppelt so viel Pflegepersonal (jedenfalls für die Frühschicht).
Mind. 2 Wochen vor unserem Stationsantritt sollen wir uns immer auf der Station vorstellen. Meist bringt das eh nicht viel, da die entscheidenden Leute (Mentoren, Anleiter) nicht da sind und man eines von vielen Gesichtern ist. Aber natürlich halten wir uns daran und nehmen dies gleich als Möglichkeit den Dienstplan abzuschreiben. Zum Glück hatten wir in der vorletzten Schulwoche eine Aufgabe zur Hygiene bekommen, die wir auf Station lösen durften. Dies nahm ich gleich zum Anlass mit meiner Banknachbarin, die vorher auf der Station war, zur Traumatologie zu gehen. Ich stellte mich kurz vor und schrieb mir nach Aufgabenerledigung den Dienstplan ab. Wie schon beim letztes Mal hatte ich das "Glück" am Anfang gleich 2 Wochen (12 Tage) durcharbeiten zu "dürfen". Dies hat sicherlich den Vorteil, dass man ohne Unterbrechung den Stationsablauf kennenlernt, aber den Nachteil,dass man danach erstmal total fertig ist und danach für volle 4 Tage aus dem Dienst ist.
Ich bin jetzt Mitte der letzten dieser beiden Wochen und zeige so langsam Folgeerscheinungen. Ich kam heute vom Frühdienst nach Hause und da ich nachher noch einen Videoabend mit meinem Freund und einem anderen Freund habe, habe ich mich erstmal kurz schlafen gelegt. Nach ca. anderthalb Stunde wachte ich auf, schaute auf die Uhr und bekam plötzlich Panik, dass ich doch schon längst auf Arbeit hätte sein müssen (zur Spätschicht). Ich laufe schon wirr durch die Gegend und weiß nicht was ich machen soll, bis mich mein Freund aufklärt, dass ich doch heute schon auf Arbeit war. ^^ Diese 2-Wochen-Dienste sollten abgeschafft werden.
Ansonsten ist es recht schwer sich einzugewöhnen, da ich in dieser Woche zu jeder Frühschicht (abgesehen von einer Konstanten) andere Mitarbeiter hatte. Erstmal muss man immer von neuem die Bereiche einteilen und dann muss man sich auch auf die Arbeitsweisen einstellen.
Ich find es übrigens entspannender mit Pflegern zusammen zu arbeiten - jedenfalls auf dieser Station - weil diese mehr Ruhe ausstrahlen und einen anderen Umgang mit den Patienten pflegen. Dort ist genug Distanz da, um die Privatsphäre der Patienten zu achten, aber auch genug Einfühlungsvermögen.
Tja, was lässt sich sonst noch sagen? Der Arbeitsablauf ist Morgens etwas strammer, da weitaus mehr Patienten gewaschen werden müssen. Auf der Neurochirurgie muss man höchstens Pflegefällen und Patienten ein oder zwei Tage nach der OP beim waschen helfen. Auf der Traumatologie müssen 50 % der Patienten gewaschen werden oder dabei geholfen werden. Pflegefälle werden meist durch die Nachtwachen kurz vor Ende ihrer Schicht gewaschen, da ansonsten die Frühschicht gar nicht zu Potte kommen würde.
Je nachdem wie oft die Patienten klingeln und die Teams eingespielt sind, geht es mal recht schnell oder auch recht langsam. Auch der Tagesablauf ist davon betroffen. Die letzten Tage hatte ich eher Probleme alles in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Heute ging dies ohne Probleme und ich war mit allem schneller fertig. Was aber wiederum ein anderes Problem aufwirft: Was machen, wenn man schon alles in seinem Bereich erledigt hat? Meist hilft man den anderen Teams, falls diese Hilfe benötigen oder ich geh dann auch gerne mal zu den klingelnden Patienten in den anderen Bereichen. Ansonsten muss ich mir dann immer Arbeit suchen, da ich hier auch gesagt bekommen habe, das Krankenschwestern niemals warten und rumstehen. ^^ Naja....was ich aber so schon von anderen SchülerInnen von anderen Stationen gehört habe...
Was die Krankheitsbilder der Traumatologie angeht, so werde ich mich da auch noch ransetzen, wenn ich die der Neurochirurgie durch habe. Mein nächster Praxiseinsatz ist erst wieder im Februar. Daher habe ich ab November viel Zeit zum Schreiben - wenn nicht wieder andere Sachen dazwischen kommen.
In der Hoffnung, dass es dieses Mal nicht wieder 2 Monate benötigt, bis der nächste Bericht kommt, verabschiede ich mich mal.
Bleibt mir gesund!
Posted by shanice on Wednesday, September 21. 2005 at 18:52 in Schwester, Skalpell bitte!
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