Mehrere tausend Ärzte haben am Mittwoch in Hessen für bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung protestiert. Zahlreiche Allgemein- und Facharztpraxen blieben deshalb geschlossen. (so hr-online.de)
In der Kritik stand vor allem auch der bürokratische Aufwand, der Arztpraxen abverlangt wird. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung stehen viele Praxen wegen der "rigiden Honorarpolitik" vor dem finanziellen Aus, ein Ärztemangel wird befürchtet, da es für immer weniger junge Ärzte attraktiv sei, sich niederzulassen. Das ist allerdings auch nach Zahlen der KV frühestens 2012 ein Thema.
Ein höchst interessantes Argument brachte dagegen der hessische AOK-Sprecher Stefan Semkat. Die Ärzte in Hessen verdienten im Durchschnitt immer noch mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr, das sei mindestens vier Mal so viel wie ein AOK-Mitglied im Durchschnitt verdiene. So sehr ich dafür bin, dass Lohngerechtigkeit herrscht (und ein Chefarzt für 40 Stunden Arbeit nicht 'ne Million bekommt und der Assistenzarzt für 60 Stunden 40.000 im Jahr) ... lieber Herr Semkat, wieviele AOK-Mitglieder beschäftigen im Durchschnitt zwei Angestellte, bezahlen Praxismiete und teure Berufshaftpflichtversicherungen?
Dass die Einsparungen der Kassen vor allem kleine Praxen belasten, die keinen entsprechenden Patientendurchsatz haben, und dass so manchem Arzt wohl nur bleiben wird, sein Personal zu reduzieren, hatten wir
an anderer Stelle schon berichtet.