Ein Richter des California Superior Court hat angeordnet, dass Pigmente und Tinten, die zum Tätowieren benutzt werden, künftig einen medizinischen Warnhinweis tragen müssen. Den Beklagten, zwei großen Herstellern von Tätowierequipment, erlegte er auf, dass diese Warnung sowohl auf den Produkten als auch auf den Webseiten der Unternehmen angebracht werden müsse. Hintergrund ist der hohe Gehalt von Schwermetallen in beim Tätowieren verwendeten Farbstoffen.
Der Warnhinweis muss nach Maßgabe des Gerichtes beinhalten, dass die Produkte Schwermetalle enthalten, darunter Blei und Arsen, die nach letztem Wissensstand Krebs, Geburtsdefekte und andere reproduktive und pränatale Schädigungen hervorrufen können. Typische in Tätowierfarben vorkommende Bestandteile sind Blei, Antimon, Arsen, Beryllium, Chrom, Kobalt, Nickel und Selen - allesamt ausser als Spurenelemente in der Nahrung nicht eben gesundheitsfördernd. Da die Stoffe direkt in und unter die Haut eingebracht werden, ist eine Intoxikation schnell passiert.
Des weiteren müssen die Etiketten einen Warnhinweis für Frauen im gebärfähigen Alter bekommen, der sie darauf hinweist, daß sie zunächst mit einem Arzt Rücksprache halten sollen, bevor sie sich tätowieren lassen.
Die Hersteller wollten das Urteil nicht kommentieren. Bis zu einem höherinstanzlichen Urteil ist die Anordnung in Kraft.
Einige kleinere Hersteller von Tätowierequipment, die ebenfalls in der Klageschrift eines Verbraucherinstituts genannt waren, haben längst nachgegeben und ihre Produkte enstprechend gelabelt.
In den USA haben nach letzten Zahlen 16% der Einwoner ein Tattoo, rund 4 Millionen erwachsene Kalifornier sind tätowiert. bei Erwachsenen der altersgruppe 25-29 haben sogar 36% mindestens eine Tätowierung.