Der regelmäßige Verzehr von Kreuzblütler-Gemüse wie Kohl oder Broccoli kann das Lungenkrebsrisiko um bis zu 72 Prozent senken - vorausgesetzt, man gehört zum richtigen genetischen Typus.
Die Studie, die in
The Lancet erscheint, belegt eindrucksvoll etwas, das Patienten schon lange wissen - dass nämlich nicht alle Therapien bei allen Patienten gleichermaßen wirksam sind, dass Medikamente (und in diesem Sinne sind auch Gemüse Medikamente) bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Wirkungen entfalten. Diese Erkenntnis muß in manchen Medizinerköpfen erst noch ankommen, und insofern gebührt den Forschern schon dafür eine Anerkennung.
Der genaue Mechanismus beim Kohlgemüse hängt mit dem Isothiozyanat-Stoffwechsel zusammen.
Die Schutzfunktion der Isothiozyanate wird auch wesentlich durch die genetische Veranlagung der Patienten beeinflusst. So zeigte sich, dass jene Menschen, denen die Gene zum Abbau der chemischen Substanzen fehlten - das betraf 60 Prozent der Studienteilnehmer - einen deutlich höheren Schutz vor Lungenkrebs hatten, als Patienten mit diesen Genen. In dieser Untersuchung wurde erstmals ein Zusammenhang zwischen Isothiozyanat-Messungen und einem niedrigeren Krebsrisiko belegt. Andere Studien basierten bislang nur auf Ernährungsfragebögen, die aber keine Aussagen darüber zulassen, wieviel Isothiozyanat-Mengen im Körper vorhanden sind. (via netdoktor.at)
Die Studie in The Lancet:
Brennan P et al. Effect of cruciferous vegetables on lung cancer in patients stratified by genetic status: a mendelian randomization approach. The Lancet. 2005; 366:1558-1560.
Monday, November 7. 2005 at 14:12 (Reply)
"The Lancet" (2000; 356: 724-729)