Die meisten Beipackzettel zu Medikamenten sind zu klein gedruckt und zu schwer verständlich. So unter anderem beim
Ärzteblatt zu lesen:
Nach einer Studie sind die meist mehrseitigen Verbraucherinformationen in den Arzneimittel-Packungen schwer lesbar, schlecht verständlich und unübersichtlich. Nahezu jeder dritte Patient fühlt sich durch die Informationen sogar verunsichert, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) am 3. November in Berlin mitteilten. 42 Prozent der Verbraucher bewerten die Beilagen als zu lang, 20 Prozent als wenig verständlich, und 17 Prozent halten die Schriftgröße für zu klein, geht aus einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor.
Die Schriftgröße halten sie nicht ohne Grund für zu klein - bei der Untersuchung der 100 gängigsten Medikamente stellte sich heraus, dass keines die Vorgaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte bezüglich der Mindestschriftgröße einhielt und immerhin 1/10 der Präparate nicht die gesetzlichen Vorgaben zur Gestaltung des Beipackzettels erfüllten. Bei rund 1/4 der Medikamente wurden Fremdworte nicht übersetzt.
Hier entsteht natürlich eine schwierige Situation. Der Beipackzettel muß, das ist der Zweck, den Patienten über die bekannten Risiken aufklären. Damit das alles hochwissenschaftlich klingt, wird dem Endverbraucher weiter Medizinerlatein serviert, das verklausuliert auch so schön mögliche Nebenwirkungen.
Der mündige und besser informierte Patient könnte sich aber aus gutem Grund nun fragen, warum er zur Gesundung etwas nehmen soll, das ihm so augenscheinlich Schaden zufügen kann, und der Arzt und Pharmakonzern könnten zugeben müssen, dass nicht jede Pille so glänzend ist, wie sie im Blister erscheint... über die Nebenwirkungen redet niemand gern.
Der Zwang zu juristisch unanfechtbaren Erläuterungen, die den Pharmakonzern von Schadenersatz und Co. freisprechen, vertritt sich nicht gut mit einer Klartext-Variante, die Patienten etwa die Entscheidung erleichtert, ob sie ein Medikament einnehmen wollen oder nicht. Wo kämen wir schließlich hin, wenn Patienten über das Pillenschlucken hinaus etwas mitzubestimmen hätten. Was die Götter in Weiß verordnet haben, hat der Patient gefälligst zu schlucken.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker... der im Zweifelsfall auch nur das weiß was der Pharmavertreter kürzlich in Hochglanz behauptet hat....
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Tracked: Dec 12, 07:55