Aus der
Financial Times:
Kostensteigerungen bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte könnten sich in den kommenden Jahren zu einer Belastung für die gesetzlichen Krankenkassen entwickeln. Nach Schätzung des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV) werden die Kosten für die Ausgabe der 80 Millionen Karten und den Aufbau der Infrastruktur bei 4 Mrd. Euro liegen.
Verkauft wird dem Patienten (der keine Wahl hat, insofern wird sie uns aufgezwungen) die Karte als
das ultimative Mittel zur Kosteneinsparung und natürlich dient das Ganze allein zum Segen des Patienten und zur Gesundung des Gesundheitswesens.Vor gar nicht allzu langer Zeit bezifferte das Bundesgesundheitsministerium die Kosten noch auf 1,4 Mrd. Euro, u.A. unter Auslassung der investiven und laufenden Kosten für Arztpraxen.
Die Kosten für (laut FTD) 80 Millionen Karten (wie darf man sich das vorstellen, wie oft bekommen Kinder dann wegen nicht mehr aktueller Fotos ihre eigene neue Karte? Und wann koppeln wir das Ding einfach an die Sozialversicherungsnummer?) trägt fast ausschließlich der Patient ("die Krankenkassen"). Die dahinter stehende Technik ist ebenso wenig gesichert wie die Finanzierung dieses Projektes über die nächsten Jahre (oder die Verfassungsmäßigkeit einer solchen Datensammlung wie sie dort angestrebt wird). Wer braucht da noch Volkszählungen...
Die neue Karte wird ab April in acht Testregionen auf Bits und Bytes geprüft. Das wichtigste Ergebnis steht jedoch schon vorher fest: Die Gesundheitskarte kommt, früher oder später. Die Testläufe dienen nur dem Tuning der Systeme. Das sei auch bitter nötig, meinen Kritiker. Sie bemängeln fehlende Kosten-Nutzen-Analysen, fürchten um die Sicherheit der vernetzten Patientendaten und warnen davor, dass die angestrebte Datenhoheit des Patienten nur Makulatur sei.
-- Quelle: ZDF - heute.de - Hervorhebung durch mich.
Das zeigt sehr deutlich, daß die Karte umgesetzt wird, weil es Interessengruppen gibt, die sie durchdrücken wollen - egal ob sie sinnvoll ist, und egal um welchen Preis. Den bezahlen ja auch wir. Und schon jetzt mahnen Ärzte an, daß die Patienten sinngemäß zu blöd und zu uninformiert seien, um ihre eigenen Fakten angemessen einschätzen und damit Datenhoheit ausüben zu können, weswegen man ihnen das Recht auch gar nicht erst geben sollte.
So möge das Schlußwort vorerst Ulla Schmidt haben:
Die elektronische Gesundheitskarte wird die Qualität, die Sicherheit und die Transparenz der medizinischen Versorgung verbessern.
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Ja, sicher. Fragt sich nur für wen.