In der
Berliner Morgenpost heute zu lesen:
Wegen der Korruption im internationalen Gesundheitswesen haben Millionen Menschen keine ausreichende medizinische Versorgung. Zudem fördert dieser Zustand die Verbreitung resistenter und tödlicher Krankheitserreger, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht der in Berlin ansässigen Organisation Transparency International (TI) hervorgeht. "Korruption im Gesundheitssektor kostet mehr als Geld", erklärte TI-Chefin Huguette Labelle. "Der Preis für die Korruption im Gesundheitswesen wird in menschlichen Leben bezahlt."
Was muß man sich unter Korruption vorstellen?
Die
taz beleuchtet das:
Korruption im Gesundheitswesen hat viele Gesichter. Auf der einfachsten Ebene ist es das Trinkgeld, das ein unterbezahlter Krankenpfleger in einem armen afrikanischen Land von Aidskranken dafür verlangt, dass er ihnen kostenfreie Aidsmedikamente aushändigt. Auf der kompliziertesten Ebene ist es die ökonomische Loyalität von Mitgliedern staatlicher Behörden, die über Medikamentenzulassungen entscheiden. So vermerkt der TI-Bericht, dass die US-Medikamentenbehörde FDA (Food and Drug Administration) letztes Jahr mehrheitlich für die Wiederzulassung des Schmerzmittels Vioxx stimmte, obwohl die Herstellerfirma Merck es wegen tödlicher Nebenwirkungen vom Markt genommen hatte.
Aufschlußreich ist auch die
deutsche Webseite von Transparency International. sie listet u.a.die "schwersten (durch Korruption verursachten) Mängel" im Gesundheitswesen wie auch eine Vorschlagsliste:
- Information über Qualitäts- und Leistungsunterschiede
- Einführung einer Medizinschadensforschung
- Pflicht zur Offenbarung von Behandlungsfehlern
- Einsichtsrecht des Patienten in ihn betreffende Arzt-Unterlagen
- Arzneimittelinformationen im Internet
- Stärkung der Patientenrechte, z.B. durch Umkehr der Beweislast bei Behandlungsfehlern
- unabhängige Patientenberatung und -information
- Arzneimittelforschung und Fortbildung von Ärzten durch unabhängige Stellen statt durch Pharmaindustrie
Das unterschreibe ich gerne als Forderungskatalog.
Zum Weiterlesen:
Voller Artikel in der Morgenpost
Artikel in der taz
Transparency International