Gestern im
Ärzteblatt:
Der Überschuss der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fiel im vergangenen Jahr weitaus geringer aus als erwartet. Zwar liegen für die Betriebskrankenkassen noch keine offiziellen Zahlen vor, doch beläuft sich das Plus der übrigen gesetzlichen Krankenkassen auf allenfalls rund 800 Millionen Euro. Im Jahr 2004 betrug der GKV-Überschuss noch mehr als vier Milliarden Euro.
Mal ganz abgesehen davon, daß auch dieser Artikel auf die um
17 Prozent gestiegenen Arzneimittelausgaben hinweist (und das bei sinkenden Verordnungen, in wessen Taschen unsere Krankenkassenbeiträge da wohl fließen?) finde ich die Arithmetik der Krankenkassenüberschüsse höchst faszinierend.
Als Kontrapunkt:
Bei den gesetzlichen Krankenkassen drohen Beitragserhöhungen um 0,5 Prozent. Grund: Der Bund kürzt 2007 seinen Zuschuss von 4,2 Milliarden Euro um 1,5 Milliarden. 2008 wird er ganz gestrichen. Die Kassen kostet das zusammen mit der höheren Mehrwertsteuer jährlich 5 Milliarden Euro. Und die holen sie sich über höhere Beiträge von den Versicherten zurück. -- Quelle: Berlin Online
Bei einem Bundeszuschuss von rund 4,2 Milliarden Euro davon zu reden, man habe 800 Millionen Überschuß erwirtschaftet, ist nicht mal mehr schöngerechnet, das ist einfach himmelschreiende Dummheit. Für mich heißt das, man hat 3,4 Milliarden Euro mehr ausgegeben als man in den Kassen hatte (und die 800 Millionen sollten dann bitte zur Schuldentilgung verwendet oder zum selben Zweck zurück an die Bundesegierung überweisen werden). Bundeszuschüsse als einem zustehende Einnahmen zu verrechnen zeugt von mehr Ignoranz als es sich irgendein Unternehmen, geschweige denn eine gesetzliche Krankenkasse, angesichts des
organisierten Staatsbankrotts leisten kann.