Ich habe einen Hallux Valgus. Zwei, um genau zu sein, an jedem Fuß einen.
Ich habe gehört, das ist so etwas wie eine Volkskrankheit, viele haben das. Der Ballen vorne bei den Zehen wird immer breiter, der große Zeh wird schief, irgendwann kann man keine normalen Schuhe mehr tragen und alles tut weh.
Mein linker Fuß tat mir sehr weh, und im Sommer konnte ich keine Sandalen mehr tragen.
Auf einer Party zeigten mir Bekannte, die das auch hatten, ihre Füße. Sie hatten sich operieren lassen und waren jetzt sehr zufrieden.
Ich sprach mit meinem Hausarzt. Der fand eine Operation richtig und angemessen und empfahl mir einen Orthopäden, den er für kompetent und erfahren hielt. Mein Hausarzt war prima und ich hielt große Stücke auf seine Meinung. Also ging ich zu diesem Orthopäden.
Der Orthopäde empfahl mir eine Lapidus- Arthrodese.
Dabei wird im Mittelfuß ein Keil aus dem Knochen herausgesägt, so dass er danach wieder gerade steht. Dann wird die durchgesägte Stelle mit einer Metallklammer gesichert, und das Mittelfußgelenk wird dauerhaft versteift, damit es nicht mehr so nachgibt beim Laufen. Auch der dicke Zeh wird etwas begradigt.
Ich hatte noch nie in meinem Leben irgendeine Operation gehabt, einen Knochenbruch auch nicht, und sah das deswegen alles eher unkompliziert. Was der Orthopäde erklärte, klang vernünftig.
Ich machte den Termin für die Operation im Winter aus. Da geht man sowieso nicht gerne aus dem Haus.
Ich wurde über die Risiken der Operation ordnungsgemäß aufgeklärt, nicht von dem Arzt, aber von einer Mitarbeiterin. Nach der Operation sollte ich 8 Wochen einen Vorfußentlastungsschuh tragen, ab dann könnte ich wieder normal laufen, wurde mir gesagt. Allerdings müsste ich 6 – 12 Monate lang mit einer Schwellneigung des Fußes rechnen.
Schwellneigung klang für mich erst mal nicht so schlimm.
Na gut, wird der Fuß ein bisschen dick, dann lege ich ihn eine Weile hoch und mache einen Umschlag, und Ruhe ist, dachte ich.
Die Operation wurde von dem Orthopäden in einer Belegklinik durchgeführt.
In einer der Visiten danach bat ich den Arzt, mir bei einem Nachsorgetermin später noch mal in Ruhe zu erklären, was er vorne mit dem großen Zeh genau gemacht hatte, weil ich das nicht genau verstanden hatte, und mich unsicher fühlte.
Der Arzt drehte sich noch mal um, er war nämlich schon am Rausgehen, und sagte: „Nein, das werde ich nicht tun. Sie sind vorher ausreichend aufgeklärt worden, und das muss reichen.“
Sprach’s, und war verschwunden.
Sunday, April 2. 2006 at 16:10 (Reply)