Bei einem
südafrikanischen Nachrichtendienst ist zu lesen:
Manto gives anti-Aids gel green light.
Health Minister Manto Tshabalala-Msimang told delegates: "Microbicides represent empowerment for many women who need to protect themselves from the risk associated with unprotected sex."
Microbicides in development take the form of a gel, cream, sponge or ring that releases an active ingredient that can kill or deactivate HIV cells during sexual intercourse.
"The invention of an effective microbicide will ensure that the health of women in relation to sexually transmitted infections will no longer depend on their ability to negotiate safer sex and the balance of power in their relationship with men," Tshabalala-Msimang said.
Tshabalala-Msimang said several potential microbicides were being tested globally, with five out of six products in an advanced stage of being tested in South Africa and elsewhere.
Anders gesagt, obwohl sich die pharmazeutische Industrie ziert, da viele noch keinen profitablen Markt für biozide Gele erkennen können - so zumindest ein Sprecher von Johnson & Johnson - gibt es Versuche, entsprechende Produkte zur Marktreife zu bringen, was (nicht nur) die südafrikanische Regierung gern unterstützen möchte. Das Ziel ist eine Substanz, die HI-Viren beim ungeschützten Geschlechtsverkehr abfängt und tötet, ähnlich wie derzeit spermizide Gele und Schäume funktionieren.
Es ist - selbstredend - wünschenswert dass Frauen eine Möglchkeit gegeben wird, sich gegen sexuell übertragbare Krankheiten zu schützen. Allerdings ist mir bei dieser Geschichte aus mehreren Gründen unwohl.
Zum einen sind - mal wieder, wie auch bei der Verhütung - am Ende die Frauen diejenigen die die Sache in die Hand nehmen müssen, und zwar mit Sicherheit mit massiven Kosten und Nebenwirkungen (wie auch bei der Pille), oder sollte ich sagen Gewinnen für die Hersteller, behaftet.
Ein Mittel gegen die Übertragung von Geschlechtskrankheiten existiert und ist billig, verfügbar und für Frauen nebenwirkunsgfrei - das Kondom. Solange Männer nicht bereit sind, auf solche grundlegenden Sicherheitsmechanismen zurückzugreifen, unter Mißachtung jeglicher Vorsicht, Rücksicht und jeglichen Respekts für die eigene und die fremde Gesundheit, lautet das einzig probate Mittel im Klartext laut und deutlich : NEIN.
Ein weiteres Problem ist, dass nach wie vor absolut ungesichert ist ob AIDS (wortlich
Acquired Immuno Deficiency Syndrome, also 'erworbenes Immunschwäche Syndrom') tatsächlich auf HIV zurückzuführen ist - oder ob nicht HIV evtl. eine Bagatell- oder Sekundärinfektion darstellt und AIDS auf ganz anderen, unbekannten Ursachen basiert. Ob also ein Gel, das spezifische Retroviren eliminieren soll, tatsächlich gegen AIDS schützt, ist mehr als fragwürdig.
Dazu der (leider) immer noch aktuelle Artikel eines der bekanntesten Virologen und AIDS-Kritiker der Welt, Dr. Peter Duesberg:
THE AFRICAN AIDS EPIDEMIC: NEW AND CONTAGIOUS - OR - OLD UNDER A NEW NAME?
Doch selbst wenn das Gel wie erwartet funktioniert und damit AIDS verhindert, bleibt ein weiteres Problem: Bereits jetzt - mit rund
1 Million Malariatoten im Jahr - bekommt es die Koalition gegen die Malaria aus Weltbank und WHO trotz effektiver (!) Medikamente nicht hin, die Malaria auszurotten oder auch nur die Lebenssituation von Millionen Betroffenen signifikant zu verbessern.
Die Weltbank lügt sich laut The Lancet in die eigene Tasche.
Medecines sans Frontieres beklagt den aktuellen Stand der Anti-Malaria-Kampagne lautstark. Angesichts solcher Ergebnisse kann man sich vorstellen, welches Schicksal einem Projekt wie dem "Anti-AIDS-Gel" beschieden sein wird.
Ach ja, zurück zum Thema profitabler Martk. Man sollte meinen, angesichts der wachsenden AIDS-Epidemie weltweit sollte ein Markt für solche Produkte existieren. Aber arme Frauen aus Drittweltländern sind eben keine zahlungskräftige Klientel...
Monday, May 1. 2006 at 15:25 (Reply)
Dazu gibt es eine Unmenge weiterführenden Materials, es lohnt sich einige Zeit bei Google zu verbringen um zu recherchieren, allen Interessierten möchte ich die folgenden Seiten empfehlen:
http://www.niaid.nih.gov/spotlight/hiv00/default.htm (National Institute of Allergy and Infectious Diseases/englisch)
http://www.nature.com/cgi-taf/DynaPage.taf?file=/nature/journal/v406/n6791/full/406015a0_fs.html (The Durban Declaration/englisch)
http://www.solidaritaet.com/fusion/1997/3/duesber2.htm (Fusion/deutsch)
Die letzte Quelle ist sicherlich diskutabel, fasst aber alle Argumente auch auf deutsch sinnvoll zusammen.
Die Theorien Duesenbergs sind meiner Meinung nach nicht nur falsch, sondern auch abstoßend, bringen sie uns doch zurück zu Zeiten in denen HIV-Infektionen und AIDS die Krankheit der Schwulen, Drogensüchtigen und Prostituierten sein sollte. Wer den Zusammenhang zwischen HIV und AIDS auf eine Art verharmlost, wie Herr Duesenberg dies tut, der hat es verdient, wenn er wie geschehen auf der wissenschaftlichen Gemeinschaft ausgeschlossen wird, egal wie groß seine Leistungen auch einmal gewesen sein mögen.