Ein Drama der ganz besonderen Art fand ich gestern in einem
fremden Blog. Aber in Deutschland muß ja niemand mit akuten Gesundheitsproblemen warten oder gar lange Fahrten auf sich nehmen um geholfen zu bekommen... (Vorsicht, Ironie!)
ich fühle mich verarscht. Nicht nur, daß der nächste Arzt in meiner Nähe gerade mal sprechstunden von 8 bis 11 hat, nein, sie schicken tatsächlich auch noch kranke Menschen weg, die VOR elf in der Praxis antanzen. Man soll doch bitte schön morgen dann wieder um acht kommen.
und
"ja, wir sind umgezogen, zur nummer 158 - 160, haltestelle ist die Berliner Straße" hilft mir da gar nix, wenn die einzigen erkennbaren Hausnummern auf der Gegenüberliegenden Seite sind und mir mit 130 Entgegenspringen. Erst recht nicht, wenn der weg nach aufwärts - immer schön den größeren Nummern entgegen - zehn minuten lang an nichts als unterführung, grün, grün und grün vorbeiführt, während die nummern auf der anderen Seite, leider ungerade, immer größer werden, auf meiner Seite aber weit und breit GAR NICHTS zu finden ist.
Soll ich riechen, daß diese verfluchte Praxis genau gegenüber meines Hauses (übrigens die nummer 127) zu finden ist? ich hab dann nen Postboten gefragt. Und bin mit schmerzendem Kopf, atemnot und kratzendem Hals, das schwindelgefühl ignorieren wir mal, den ganzen weg wieder zurückgelatscht, um mir DANN sagen zu lassen, daß ich doch morgen kommen soll, jetzt haben sie schon zu.
ach nein. Tatsächlich.
Jetzt bin ich also den Dritten Tag krank und auf der verzweifelten Suche nach irgendeinem Arzt, der mich behandeln möchte - falls jemand einen weiß, schickt ihn doch bitte vorbei, ich bin die sterbende im ersten stock.
siehe
Sanouscha - verarscht
Am Tag darauf klappte es dann tatsächlich mit dem Arzt:
Ich darf also um Zehn wieder hin, diesmal bekomme ich sogar eine Patientenkarte und nachdem ich das zauberwort "privatversichert" gesagt habe, bin ich recht hoffnungsvoll, daß sie mich dann nicht wieder aus irgendeinem Grund wegschicken.
Weniger hoffnungsvoll bin ich, daß Frau doktor sich tatsächlich um meine GRIPPE kümmert und nicht anfängt mir Vorträge über Diabetes, Abnehmen und die Gefahren meines Lebenswandels zu halten. Ich will einfach nur meine verstopfte Nase und den Husten loswerden, alles andere bitte später... aber das hat schon die andere nicht begriffen.
Auch ganz niedlich die Frage der Empfangshilfe... "bei welchem Arzt waren sie vorher?" - " ich hab den Namen vergessen, eine Ärztin in Weiden" - "und warum gehen sie da nicht mehr hin" - "weils in weiden ist?"
ist es schon so weit, daß kranke Menschen quer durch ihre komplette heimatstadt fahren, um sich behandeln lassen zu können?
siehe
Sanouscha - tja..
Thursday, June 29. 2006 at 18:23 (Link) (Reply)
Ich war heute auch wieder bei meinem Hausarzt und musste dann erfahren, dass meine behandelnde Ärztin in eine andere Stadt bei einem anderen Arzt in die Praxis mit einsteigt. Jetzt habe ich die Wahl, entweder immer 20 Minuten mit dem Auto in die andere Stadt zu fahren oder mich mit meinem etwas minder begabteren Hausarzt zu begnügen, der 5 Minuten Fußweg entfernt wohnt.
Thursday, June 28. 2007 at 15:04 (Reply)
Nach einiger Recherche hatte ich dann rausgefunden dass bis 3 Tage nach Kontakt eine Impfung möglich und hilfreich ist, so dass ich am ersten Werktag sofort zum nächsten Hausarzt ging um eben jene Impfung zu erhalten oder mich zumindest zu erkundigen.
Ich wurde dort jedoch weggeschickt mit der Aussage "Gehen Sie zu Ihrem Hausarzt" - Pustekuchen, sowas hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, ich war schließlich kurz vorher erst in diese Gegend gezogen (abgesehn davon, dass ich mich vorher von Ärzten fern gehalten hatte und auch dort keinen Hausarzt hatte). Die Aussage dazu war denn nur 'persönliches Pech' und ich wurde weggeschickt.
Zum Glück war ich noch nicht krank - zumindest weiß ich aber wo ich nicht hingehe sollte ich es doch werden. Meine Impfung hab ich mir dann auch bei der zentralen Impfstelle verabreichen lassen. Windpocken hab ich trotzdem bekommen. Aber wenigstens nur abgeschwächt.