Heute
in der WELT:
Nächtliches Kunstlicht fördert Brustkrebs.
US-Studie: Entscheidend ist die Störung der Melatonin-Produktion - Schichtarbeiter sind nicht betroffen
Hintergrund ist eine Untersuchung einer Forscherin der Stony Brook Universität New York, die die Lebensgewohnheiten von Frauen mit und einer Kontrollgruppe von Frauen ohne Brustkrebserkrankungen untersuchte.
65 Prozent der Frauen mit Brustkrebs tendierten dazu, häufiger in der Nacht bei Kunstlicht wach zu sein - zum Beispiel weil sie unter Schlafstörungen litten.
Allerdings ist nicht das Kunstlicht an sich das Problem, sondern gestörte Schlafrhythmen. Bei Schichtarbeiterinnen trat der Effekt nämlich nicht auf. Die Forscher vermuten viel mehr, dass der wesentliche Faktor ein hormoneller bzw. ein auf einer gestörten Biochemie beruhender ist:
Im Schlaf strömt das Hormon Melatonin, das sogenannte Schlafhormon, mit dem Blut durch den ganzen Körper. Forscher vermuten, daß es möglicherweise die Entstehung von Tumorzellen unterdrücken kann. Die Produktion von Melatonin wird allerdings gestört, wenn zwischendurch das Licht angeschaltet wird. Dadurch werde vielmehr die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen stimuliert, das als Risikofaktor für Krebs durchaus bekannt ist.
Interessanterweise hat den Zusammenhang zwischen Schlaf und Krebs auch schon T.S. Wiley in
Lights Out: Sleep, Sugar, and Survival beschrieben. Macht man sich klar, dass
homo sapiens an natürliche Hell-Dunkel-Rhythmen gewöhnt ist, und wir gerade einmal seit rund 150 Jahren unsere Rhythmen dank elektrischer Beleuchtung massiv aus dem Takt bringen können, dürften noch viel mehr bislang unerklärliche Phänomene auch auf unsere veränderten Lebensumstände zurückzuführen sein für die unsere Physiologie respektive Neurologie nicht im mindesten ausgelegt ist....