Über die Vogelgrippe und H5N1 redet jeder, wohl auch, weil sie auch uns mal erwischen könnten, und selbst tendenziell exotische Erkrankungen wie das
West Nile Virus, die jährlich einige Todesopfer in den USA mit sich bringen, werden bei jedem Todesfall in den zivilisierten Nationen sofort wieder medienmäßig hervorgekramt.
Epidemien wie die jüngste
Cholera-Epidemie in Angola dagegen sind oft nur am Rande erwähnenswert, sei es weil Cholera für uns fern scheint, sei es weil ohnehin
nur wieder ein paar Afrikaner daran sterben.
Noch vor knapp einem Monat berichtete
DiePresse.com :
Cholera ein Schnippchen geschlagen - Ärzte ohne Grenzen konnte eine Epidemie eindämmen.
WIEN. Hört man von der Arbeit von Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" (MSF), dann bedeutet das gewöhnlich schlechte Nachrichten aus Krisengebieten. Doch ab und zu durchdringen diese schwarzen Momente der humanitären Katastrophe dann doch auch einmal ein paar Lichtstrahlen. So jüngst in Angola geschehen.
Nachdem klar wurde, dass sich die wohl größte Cholera-Epidemie, die im südwestafrikanischen Land je wütete, rasch ausbreiten könnte, entsandte MSF vor drei Monaten ein internationales Team von 126 Mitarbeitern. In 42 mobilen Behandlungszentren konnten innerhalb von zwei Monaten fast 35.700 Cholera-Kranke erfolgreich behandelt werden.
Das klingt alles ganz toll, und die Leute von MSF leisten wie so oft einen exzellenten Job, nur leider kann von einer Eindämmung nicht im mindesten die Rede sein.
Seit April tobt die Cholera durch Angola, eine humanitäre Katastrophe, die von europäischen Medien monatelang ignoriert wurde, wäre da nicht Ärzte ohne Grenzen.
Aus dem Schweizer Tageanzeiger von heute:
Bei der schlimmsten Cholera-Epidemie in der Geschichte Angolas sind nach Zahlen der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) seit Februar mindestens 2174 Menschen gestorben. Mindestens 52 824 Menschen haben sich infiziert.
"Es gibt jedoch starke Anzeichen dafür, dass die wirkliche Zahl der Toten und Patienten weitaus höher ist", sagte der MSF-Koordinator Hernan Del Valle im südafrikanischen Johannesburg.
Obwohl die Epidemie ihren Höhepunkt überschritten habe, gebe es angesichts der einsetzenden Regenzeit weiter Anlass zur Sorge: "An den schlechten Rahmenbedingungen hat sich leider nichts geändert."
Angolas Regierung habe bisher wenig getan, um in den betroffenen Gebieten sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen und die Epidemie langfristig durch eine bessere Hygiene einzudämmen, kritisierte "Ärzte ohne Grenzen".
Wir schicken Soldaten in den Kongo, um Wahlen zu beobachten. Wann schicken wir Wasseraufbereitungsanlagen und kundige Techniker für mittlere Technologie nach Angola, um den Menschen langfristg zu sauberem Wasser zu verhelfen?
Zum Weiterlesen:
Thursday, August 31. 2006 at 13:25 (Link) (Reply)